Die SPD-Fraktion in der Verbandsgemeinde Brohltal hat in der Haushaltssitzung der Verbandsgemeinde Brohltal einer Erhöhung der Beiträge für die Betreuende Grundschule nicht zugestimmt. Bildung müsse unabhängig vom Einkommen der Eltern zugänglich sein – derzeit gebe es jedoch kein kostenfreies Nachmittagsangebot an den Schulen in Trägerschaft der Verbandsgemeinde. Die betreuende Grundschule, wie sie an allen Schulen angeboten wird, ist zwar rechtsansprucherfüllend, kostet Eltern und Steuerzahler im Brohltal aber viel Geld. Eine Ganztagsschule in Angebotsform hingegen ist qualitativ hochwertiger, wird somit dem Ganztagsförderungsgesetz wesentlich gerechter komplett durch das Land finanziert, ist somit also für die Familien im Brohltal kostenfrei.
Die SPD betont, dass sich die Lebenswirklichkeit der Familien längst verändert habe: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Übergang von der Kita in die Schule erfordern verlässliche und bezahlbare Betreuung. Auch das Ganztagsförderungsgesetz mache deutlich, dass Kommunen moderne Strukturen schaffen müssten.
Die Fraktion fordert daher, Ganztagsschulen in Angebotsform zeitnah im Brohltal einzurichten. Diese ermöglichen eine kostenfreie Teilnahme an der Ganztagsförderung und sichern damit echte Teilhabe – besonders für Kinder, deren Familien sich die zunehmend teurer werdende Betreuung nicht leisten können oder wollen. Durch die vom Rat beschlossene Erhöhung der Beiträge kostet die Betreuung eines Kindes von Montag bis Donnerstag bis jeweils 16 Uhr rund 800 Euro pro Jahr zuzüglich Mittagessen. Bei mehreren Kindern vervielfachen sich diese Belastungen. Trotz der steigenden Gebühren arbeitet die Betreuende Grundschule weiterhin nicht kostendeckend, was durch Steuermittel der VG Brohltal abgefangen wird – weitere Erhöhungen drohen in den kommenden Jahren.
Zudem ist das Brohltal eine der letzten Gebietskörperschaften der Region ohne Ganztagsschule in Angebotsform. Die SPD begrüßt daher, dass Verwaltung, Schulen und Politik nun Gespräche zu möglichen Standorten und Konzepten aufnehmen.
Statement von Fraktionssprecher Andreas Schmitt:
„Wir wollen ein zeitgemäßes, gerechtes und für alle Kinder erreichbares Bildungsangebot im Brohltal. Höhere Gebühren verschärfen soziale Ungleichheit und treffen gerade jene Familien, die Unterstützung am meisten benötigen. Die Einführung von Ganztagsschulen in Angebotsform entlastet Familien finanziell, stärkt Chancengleichheit und entlastet zugleich den Haushalt der Verbandsgemeinde. Wir freuen uns daher, dass wir uns in 2026 gemeinsam mit Verwaltung, Schulen und Politik auf den Weg machen hier besser zu werden.“